Zeitumstellung: So bleibt euer Schlaf entspannt
Ein liebevoller, alltagstauglicher Leitfaden für die Umstellung auf Sommer- und
Winterzeit. Das Wichtigste zuerst: "Du musst die Zeitumstellung nicht perfekt managen, um eine gute
Mama zu sein."
Jedes Jahr passiert es wieder.
Du hast das Gefühl, endlich einen guten Rhythmus gefunden zu haben. Die Nächte
werden ruhiger. Dein Kind schläft zuverlässiger ein und du geniesst die neu gewonnene
Planbarkeit.
Und dann kommt sie: die Zeitumstellung.
„Nicole, was mache ich jetzt mit dem Schlaf?“
„Muss ich die Schlafenszeiten anpassen?“
„Wacht mein Kind jetzt plötzlich eine Stunde früher auf?“
Die gute Nachricht: Nein, die Zeitumstellung muss nicht automatisch zu einer
Schlafkatastrophe werden. Mit etwas Vorbereitung oder einer guten Portion Gelassenheit
könnt ihr diese Umstellung meist problemlos meistern.
Warum die Zeitumstellung überhaupt einen
Einfluss hat
Kinder besitzen eine innere Uhr, den sogenannten zirkadianen Rhythmus. Diese innere
Uhr wird jeden Tag besonders durch Licht, Mahlzeiten sowie Tagesabläufe und soziale
Interaktionen beeinflusst.
Deshalb spielt es für den Körper eine Rolle, wann ein Kind aufsteht, isst, schläft und den
Tag beendet. Wenn sich die Uhr plötzlich um eine Stunde verschiebt, braucht auch der
Körper einen Moment, um sich neu zu orientieren.
Babys und Kinder sind erstaunlich anpassungsfähig. Mit etwas Unterstützung findet die
innere Uhr meist innerhalb weniger Tage wieder in ihren Rhythmus zurück.
Die Zeitumstellung in der Schweiz
Sommerzeit: Am letzten Sonntag im März wird die Uhr nachts von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr
vorgestellt. Wir verlieren eine Stunde, gewinnen dafür längere und hellere Abende.
Winterzeit: Am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr nachts von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr
zurückgestellt. Wir gewinnen eine Stunde, dafür wird es abends früher dunkel.
Jetzt hast du zwei Möglichkeiten das Ganze anzugehen. Je nachdem welcher Typ Mensch du bist, wirst du dich in dem einen oder dem andern Ansatz wiedererkennen.
Der Planungsprofi-Ansatz
Dieser Ansatz ist für alle Eltern, die gerne vorbereitet sind. Wenn du dein Kind möglichst
sanft durch die Zeitumstellung begleiten möchtest, kannst du bereits einige Tage vorher
beginnen.
Umstellung auf Winterzeit: Ende Oktober
Die Uhr wird zurückgestellt. Ein Kind, das normalerweise um 7:00 Uhr aufsteht, könnte
sich plötzlich bereits um 6:00 Uhr hellwach fühlen.
Damit die innere Uhr schon vorbereitet ist, verschiebst du während der sechs Tage vor
der Zeitumstellung alles täglich um 10 Minuten nach hinten: Aufstehzeit, Mahlzeiten,
Milchmahlzeiten, Nickerchen und Schlafenszeit.
Hier ein Beispielplan:

So ist die innere Uhr deines Kindes bereits auf die neue Zeit eingestellt, wenn die Uhren
umgestellt werden.
Umstellung auf Sommerzeit: Ende März
Hier passiert das Gegenteil: Die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Eine gewohnte
Aufstehzeit von 7:00 Uhr fühlt sich für den Körper plötzlich wie 6:00 Uhr an. Und das sind die Good News für's Team 5:00 Uhr: Dein Baby hat automatisch am Morgen eine Stunde länger geschlafen, weil 5:00 Uhr das neue 6:00 Uhr ist! Yay! Schläft dein Baby normalerweise bis 7:00 Uhr, verschiebst du während der sechs Tage vor der Zeitumstellung alles täglich um
10 Minuten nach vorne: etwas früher aufstehen, essen, schlafen und die Nickerchen
beginnen.
Hier ein Beispielplan:

So hat dein Kind die Anpassung bereits grösstenteils geschafft, bevor die Uhr überhaupt
umgestellt wird.
Highfive Mum Tipp: "Perfekt muss hier gar nichts sein. Wenn ihr die
Zeiten nur an drei oder vier Tagen leicht anpasst, ist das bereits
hilfreich."
Der „Ups, ich habe es völlig
vergessen“-Ansatz
Falls du gerade denkst: „Ach ja, die Zeitumstellung ist dieses Wochenende!“, darfst du
jetzt einmal tief durchatmen. Denn ganz ehrlich: So geht es den meisten Familien.
Du musst nicht hektisch irgendwelche Schlafpläne ausdrucken oder die nächsten Tage
minutiös durchorganisieren. Viele Kinder passen sich innerhalb weniger Tage von selbst
an.
Wenn dein Kind nach der Umstellung plötzlich früher wach wird oder tagsüber etwas
müder wirkt, ist das völlig normal. Versuche stattdessen:
• geduldig zu bleiben
• viel Tageslicht zu nutzen
• die gewohnten Routinen beizubehalten
• Schlafenszeiten bei Bedarf schrittweise anzupassen
In den meisten Familien pendelt sich alles innerhalb einer Woche wieder ein.
Mein wichtigster Geheimtipp Gerade rund um die Zeitumstellung wird Licht zu einem entscheidenden Faktor. Wenn es
abends plötzlich länger hell oder morgens früher hell wird, kann das den Schlaf massiv
beeinflussen.
Gute Verdunkelungsvorhänge, Blackout-Rollos und eine möglichst konstante
Schlafumgebung können helfen. Denn je weniger das Kinderzimmer verrät, dass
draussen plötzlich alles anders aussieht, desto leichter kann die innere Uhr folgen.
Was ist mit Kleinkindern?
Wenn dein Kind bereits versteht, wann Schlafenszeit ist, kann eine Schlafuhr zusätzlich
helfen. Viele Familien nutzen eine Kinderuhr mit Farbwechsel, die signalisiert: Jetzt wird
geschlafen oder jetzt beginnt der Tag.
Passe die Uhr rund um die Zeitumstellung ebenfalls schrittweise an. Das unterstützt die
Orientierung deines Kindes zusätzlich.
Die wichtigste Botschaft zum Schluss
Wenn die Zeitumstellung bevorsteht, lesen viele Eltern im Internet die schlimmsten
Geschichten. Doch die Realität sieht meistens anders aus.
Ja, es kann ein paar Tage etwas holprig sein. Ja, dein Kind könnte vorübergehend etwas
früher wach werden. UND nein: Du musst keine Angst vor der Zeitumstellung haben.
Mit etwas Vorbereitung oder einfach einer grossen Portion Gelassenheit findet ihr euren
Rhythmus wieder.
Und falls dein Kind ohnehin gerade mit frühen Morgenstunden, häufigem Aufwachen oder
unruhigen Nächten kämpft, kann die Zeitumstellung ein guter Moment sein, eure
Schlafsituation genauer anzuschauen und endlich altersentsprechende Routinen zu etablieren.
Du machst das grossartig. Dein Kind macht es grossartig. Und auch
diese Zeitumstellung werdet ihr gemeinsam meistern.
Ein Highfive an dich liebe Mama!
Deine Nicole von Highfive Mum
Schlafberaterin, Mama von drei Kindern und Gründerin von Highfive Mum

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